Bundesverband Immobilienverrentung – der letzte Täuschungsversuch der Teilkauflobby

Letzte Aktualisierung: 06. Oktober 2025 | Autor: Ralf Schwarzhof | Lesedauer: 8 Min.

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Symbolbild: Neben dem Schild Bundesverband Immobilienverrentung steht ein radioaktives Fass – als Warnung vor den versteckten Risiken hinter dem Verband.

Der Bundesverband Immobilienverrentung wirkt seriös – doch hinter der Fassade lauern Risiken. Das Symbolbild steht für die verborgene Gefährlichkeit des Teilverkaufs.

Der Bundesverband Immobilienverrentung – Seriosität als Fassade

Der BVIV wirkt wie eine neutrale Institution, ist aber in Wahrheit eine Interessenvertretung der Teilverkaufsanbieter.

Erläuterung

Der Begriff Bundesverband suggeriert Objektivität, Verbraucherorientierung und Qualitätskontrolle. In Wirklichkeit handelt es sich um einen eingetragenen Verein, gegründet 2023 von Unternehmen wie Wertfaktor, Heimkapital und Engel & Völkers LiquidHome – den führenden Teilkaufanbietern jener Zeit.

Diese Firmen stehen seit Jahren wegen Intransparenz, überhöhter Nebenkosten und einseitiger Vertragsklauseln in der Kritik. Einige – darunter Engel & Völkers LiquidHome und Wertfaktor – haben ihr Teilkaufgeschäft inzwischen eingestellt oder massiv reduziert.

Trotzdem präsentiert sich der Verband weiterhin als „Vertreter der gesamten Immobilienverrentung“. Damit entsteht ein Täuschungseffekt: Ein Lobbyverband tritt unter einem Namen auf, der nach Verbraucherschutz klingt.

Ein Logo statt Qualität – wie der Verband Seriosität nach außen simuliert

Mitgliedschaft und Zertifikate schaffen keinen Qualitätsstandard, sondern dienen der Imagepflege.

Erläuterung

Aufnahmekriterien oder Qualitätsrichtlinien sind öffentlich kaum dokumentiert. Wer dem Verband beitritt, erhält im Wesentlichen Marketingvorteile: Nutzung des Verbandslogos, Erwähnung auf der Website und Zugang zu internen PR-Materialien.

Auch der Lehrgang „Experte für Immobilienverrentung (BVIV)“ trägt zur Vertrauensbildung bei. Für 299 Euro können Makler oder Berater in rund zwölf Stunden Onlineunterricht ohne Prüfung ein Verbandszertifikat erwerben – ohne staatliche Anerkennung oder unabhängige Prüfung.

Das klingt nach Professionalität, schafft aber keine echte Qualifikation. Fachlich fundierte Inhalte zu Bewertung, Vertragsgestaltung oder Grundbuchsicherung bleiben außen vor. So entsteht eine Schein-Seriosität, die mehr auf PR als auf Kompetenz beruht.

Erläuterung

Die Stiftung Liebenau und die Wilhelm-Sander-Stiftung bieten klassische, spendenbasierte Verrentungsmodelle mit Wohnrecht und Rente im Grundbuch an. Diese Modelle sind ehrenwert, aber nicht marktrelevant: Sie richten sich an Eigentümer mit hochwertigen Immobilien, die bewusst einen Teil ihres Wertes spenden wollen.

„Die Modelle der Wilhelm-Sander-Stiftung und der Stiftung Liebenau sind weniger ein Produkt für Senioren, sondern ein Angebot für Menschen, die gezielt etwas Gutes tun und zugleich ihre Wohnsituation regeln wollen. Der Spendengedanke steht im Vordergrund, was mit dem „normalen“ Markt kaum etwas zu tun hat.“

Aus Anbietersicht findet dabei Rosinenpickerei statt – nur gute Objekte in guten Lagen werden angenommen. Für die breite Masse älterer Eigentümer sind solche Modelle weder zugänglich noch wirtschaftlich sinnvoll.

Im Verband dienen sie vor allem dazu, Seriosität vorzutäuschen. Gemeinnützige Mitglieder erzeugen den Eindruck von Vielfalt, tatsächlich aber bleibt der BVIV eine Lobbyplattform des Teilverkaufs.

Ein Verband ohne Zukunft

Ohne Teilkauf verliert der BVIV seine Grundlage – und seine Legitimation.

Erläuterung

Mehrere Gründungsmitglieder haben ihr Geschäft bereits aufgegeben oder drastisch reduziert. Weitere werden folgen. Ohne diese Anbieter fehlt dem Verband die wirtschaftliche Basis.

Meine Prognose:

Der Bundesverband Immobilienverrentung wird in seiner heutigen Form nicht überleben.

Entweder löst er sich auf – oder er verliert durch den Austritt seiner Teilkaufmitglieder jede Bedeutung.

Juristisch kann ein Verein mit wenigen Mitgliedern weiterbestehen, politisch und moralisch ist seine Existenz jedoch kaum noch haltbar. Ohne reale Marktteilnahme bleibt der BVIV eine leere Hülle.

Fazit – kein Qualitätssiegel, sondern ein Täuschungsmanöver

Der BVIV schafft Vertrauen durch Form, nicht durch Inhalt.

Erläuterung

Der Bundesverband Immobilienverrentung e. V. ist kein Gütesiegel, sondern ein Instrument der Imagepflege einer Branche, die Vertrauen verloren hat.

Verbraucher sollten wissen:

Eine BVIV-Mitgliedschaft oder ein BVIV-Zertifikat ist kein Qualitätsmerkmal. Es signalisiert nicht Seriosität, sondern Zugehörigkeit zu einer Lobbyorganisation, die versucht, ein angeschlagenes Geschäftsmodell in neuem Gewand zu verkaufen.

Der BVIV steht somit exemplarisch für das, was in der Immobilienverrentung vermieden werden sollte: Marketing statt Aufklärung, Verband statt Verantwortung.

© 1999 – 2026 | Ralf Schwarzhof, Fachautor für Immobilienverrentung | Alle Rechte vorbehalten.

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